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Swinging Germany -
Traditioneller Jazz und Swing in Deutschland

Donnerstag, 7. Januar 2010


"Nachdem Swinging Hamburg e.V. auf 18 CDs die Hamburger traditionelle Jazz-Szene vorbildlich dokumentiert hat, legte nun das Gespann Gerhard Klußmeier / Klaus Neumeister eine 3 CDs umfassende Dokumentation über den traditionellen Jazz, inklusive Swing, in Deutschland vor. Man glaubt es kaum, dass so etwas möglich sein würde. Schon allein, wenn man die Namen liest, ist die Vorfreude auf das Hören kaum zu überbieten. Es wird einem eine überwältigende Fülle geboten. Sie umfasst ganz Deutschland - von Dresden bis Mönchengladbach, von Hamburg bis München. Es wäre hier müßig, alle Namen aufzuführen. Mir waren wohl die meisten bekannt, aber dennoch gab es bei mir einige Überraschungen. Einige Bands und Musiker möchte ich hier wahllos herausgreifen, die mir mit ihrem Spiel besonders ans Herz gewachsen sind: etwa Thilo Wolf, Engelbert Wrobel, Reiner Regel oder Lutz Eikelmann. Und hier muß ich schon bremsen, um nicht weitere Namen aufzuführen, obwohl sie es mehr als verdient hätten.



Auch die Spielweise ist auf dieser Edition weit gestreut. Da gibt es Stridepiano, New Orleans Jazz, Jazz der 20er und 30er Jahre genauso wie Bigbandswing und und und. Das informative Beiheft, von Klaus Neumeister liebevoll gestaltet, gibt die nötigen Antworten über alle Details.

Ich selber weiß, dass es für mich unmöglich ist, in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit, auch nur annähernd all das zu schreiben, was ich zu dieser, hoffentlich nicht letzten, Präsentation des traditionellen Jazz und Swing in Deutschland sagen möchte. Doch kurz zusammengefasst: Eine hervorragende Dokumentation."

Gerhard Conrad aus Menden


Die Dokumentation "Swinging Germany" mit 3 CDs sowie ausführlichem Booklet zum Preis
von € 29,90 (für Mitglieder € 25,00) zzgl. Versandkosten ist erhältlich in der Geschäftsstelle Swinging Hamburg e.V. - Telefon 04105 / 666 700.


Nr. 5 (8:11)




Video der Preisverleihung des LA-Preises

Mittwoch, 29. April 2009




Hier für alle die nicht dabei sein konnten die Preisverleihung des Louis Armstrong Gedächtnispreis 2009 an Wolf-Dieter Roloff (50 Jahre Cotton Club) durch die Hamburger Kultursenatorin Prof. Dr. Karin von Welck.

Die Laudatio verlas Karin Marciniak.

Wer mag, findet im Medienbereich unserer Seite ebenfalls einen kleinen Ausschnitt aus dem Programm mit Pianist Jo Bohnsack.


Nr. 4 (13:41)




50 Jahre Jazz im Cotton Club Hamburg

Samstag, 25. April 2009


Hamburgs Jazz-Kultstätte feierte und Chef Wolf-Dieter Roloff erhielt aus der Hand der Hamburger Kultursenatorin Prof. Dr. Karin von Welck den Louis-Armstrong-Gedächtnispreis.


LA-Preis 2009 Kultursenatorin Karin von Welck (mittig) und
Preisträger des Jahres 2003 Ladi Geisler (vorn, Foto: Jürgen Foth)


Er befindet sich wirklich in einem Keller, was in den 1950er Jahren im noch von Kriegswunden gezeichneten Hamburg als Notbehelf gedacht, schnell zum Markenzeichen „Jazzkeller“ avancierte: Der Cotton Club. Doch ist er eines nicht, wenn auch der Werbespruch es behauptet: Hamburgs erster Jazzkeller, jedenfalls nicht dort, wo er sich jetzt befindet, am Alten Steinweg 10.

Doch 1959, im Jahr der Grundsteinlegung des Cotton Clubs, und somit ist so falsch es doch nicht – vor nun genau einem halben Jahrhundert, begann es wirklich in einem Keller im Tiefbunker Grindelhof 89 b unter dem Namen „Vati’s Tube Jazz Club“. Tube (= englisch „Röhre“) wurde der jetzige Cotton Club genannt, wegen der schlauchförmigen Räumlichkeit. Der deutsch-englische Name blieb bis 1963, als ihn sein Betreiber, Freizeit-Promoter Wolf-Dieter Roloff, derzeit vom Schüler zum kaufmännischen Lehrling aufgestiegen, in „Cotton Club“ umbenannte – weil der Jazz dort her kam, wo die Baumwollfelder, die Cotton Fields die Landschaft prägten, was dann zwangsläufig auch an den legendären New Yorker Night-Club gleichen Namens erinnerte. Und wie dieser im „schwarzen“ Stadtteil Harlem, so musste der hanseatische auch einige Standortwechsel vollziehen. Bis 1965 traf sich die swingende oder stompende Jazzgemeinde unter der Erde – laut blieb es dort auch weiterhin, denn ein Schützenverein übernahm den ehemaligen Luftschutz-Keller. Ein neues Domizil musste her, es war zu eng und zu feucht geworden. Im ehemaligen „Tangorett“ am Heidenkampsweg / Ecke Spaldingstraße fand man für kurze Zeit wieder verlassene Kellerräume. Dann residierte der Jazz-Spot für kurze Zeit ebenerdig in der Paul-Roosen-Straße 33 (St. Pauli) im ehemaligen Luna-Kino.

1967 ging es sogar ein paar Stockwerke hinauf, in den Hochbunker am Poelchaukamp 10. Dort wurde der Hamburger Jazzclub e.V. mit seinen Räumen von Dieter Roloff übernommen, was dazu führte, dass die Spielstätte einige Zeit „Cotton Club Hamburger Jazzclub e. V.“ hieß. Auch hier konnte man ohne Anwohner zu stören, den lautstarken, überwiegend von Hamburger Amateuren nachempfundenen Klängen aus New Orleans lauschen. Und erste internationale Gäste kamen, wie die Assoziation Hagaw, Spaß-Jazzer aus Warschau – „Happy-Jazz zum Happysein“ nannte es die Presse – und aus Großbritannien reiste Sammy Rimmington an, überzeugter Oldtimer aus dem an der Elbe heiß verehrten Ken-Colyer-Kreis. Bis Anfang 1971 blieb man hinter den meterdicken Betonmauern in Winterhude, dann zog der „Cotton Club“ entgültig in die Neustadt an seinen jetzigen Standort am Alten Steinweg. Er ging in die vormalige „Jailhouse Taverne“ und derzeit ziemlich heruntergekommene „New Orleans Memory Hall“, wie die Spielstätte dort einige Zeit genannt worden war. Neben der gewaltigen Anstrengung, die Räume zu restaurieren, war Roloff der erste, der sich erfolgreich mit einer Bürgerinitiative engagierte, um den Abbruch erhaltenswerter Häuser um den Großneumarkt zu verhindern.

Doch alle Mühsal hinderte den Jazzfreund Roloff nicht daran, fortan das Programm – „jeden Tag Live-Musik – dort wo Jazz noch Jazz ist“ – Zug um Zug um fast sämtliche Spielarten des klassischen Jazz zu erweitern und somit das durch puristische Einengungen aufgesplittete Jazz-Publikum für weitere swingende Spielformen zu begeistern. Und der Erfolg gab und gibt ihm recht: Die Blues- und Boogie-Abende jeweils am Montag (Jan Fischer, Henry Heggen, Jo Bohnsack, Abi Wallenstein) haben immer ein volles Haus, wie auch die Skiffle-Auftritte. Regelmäßg präsentiert von der Cotton Club Big Band Musik von Glenn Miller (Jazzfreunden einst ein Grund, schnurstracks das Weite zu suchen) bis hin zu vertrackten Count-Basie-Arrangements, sowie vom ebenfalls in Hamburg beheimateten „Orchester Champagne“ mit jungen Musiker. Doch auch ganz neue Töne, moderne sogar, sind zu hören, dargeboten von der Bigband Stintfunk, wie auch purer Combo-Swing der Kleinen Jazzmusik oder von Swing Ltd., sowie Virtuoses von Hamburgs „jüngster Hot Jazzband“, den preisgekrönten Shreveport Rhythm. Yellow Moon sorgt für schweißtreibenden Publikumszulauf durch aktuelle Südstaaten-Musik und Zigeuner-Swing von Tornado Rosenberg lässt keinen Fuß zur Ruhe kommen.

Und selbstverständlich weiterhin Hot Jazz, Dixieland und Ballroom-Swing von den Jazz Lips, Louisiana Syncopators und – wieder zum Leben erweckt – Bruno’s Salonband, der Revival Jazzband – sowie von vielen Bands aus dem In- und Ausland. So stehen auch in den nächsten Monaten wieder Top-Orchester auf dem Programm, von denen manche dann ob ihres Könnens das verwöhnte Hamburger Publikum überraschen und begeistern werden: Aus Ingolstadt kommt das Hokum & Hilarity Jazz Orchestra mit Jazz der Roaring Twenties, die swingenden Steamboat Stompers aus Prag, die vielseitige Four Stream Jazzband reist aus den Niederlanden an, die einstigen DDR-Jazzer Papa Binne’s Jazzband aus Berlin, und das London Philharmonic Skiffle Orchestra zeigt, was diese Musik-Sparte auch bieten kann und last but not least werden am 30. Dezember 2009 – schon heute fast ausverkauft – die umwerfenden Swingin’ Fireballs aus Bremen einheizen.

Eine Erinnerungstafel am Eingang besagt: „In diesem Jazzclub spielten die amerikanischen Jazz-Pioniere George Lewis, Louis Nelson, Alton Purnell, Ikey Robinson, Benny Waters mit jungen Hamburger Musiker.“ Sie trugen den Namen dieser Hamburger Kult-Stätte in die Jazz-Welt hinaus. Die Namen der Bands die dort spielten, sind Legion, sind ein „Who Is Who“ der internationalen, vor allem aber der Hamburger Jazzgeschichte. Bleibt noch zu erwähnen, dass im Cotton Club etliche Künstler ihre Karriere starteten: Joja Wendt, Gottfried Böttger, Filmregisseur Wolfgang Petersen saß hier wie auch Udo Lindenberg am Schlagzeug und Otto Waalkes verjuxte gekonnte den Blues.

Alles geschah, geschieht seit 50 Jahren unter der Obhut des Mannes, der am 16. April 2009 zum Beginn der 3-tägigen Jubiläumsfeiern aus der Hand der Kultursenatorin Karin von Welck den „Louis-Armstrong-Gedächtnis-Preis 2009“ von Swinging Hamburg e. V. erhielt: Wolf-Dieter Roloff (65).


LA-Preis 2009 Dieter Roloff Kultursenatorin Karin von Welck (Foto: Jürgen Foth)

Für Swinging Hamburg e. V., Förderer des klassischen Jazz, verlas Karin Marciniak die Laudatio:
„Wolf-Dieter Roloff hat in ganz persönlichem Einsatz mit seinem Cotton Club dem Jazz in dieser Stadt eine unvergleichlich solide, musikalisch kreativ wirkende Basis gegeben und somit entscheidend dazu beigetragen, dass sich die „Hamburger Jazz Szene“ im Bereich des klassischen Jazz zu großer stilistischer Vielfalt entwickeln konnte.

Dabei ist besonders die Risikobereitschaft von Wolf-Dieter Roloff hervorzuheben, bislang nicht nur in der Hansestadt wenig bekannte, sondern vor allem auch junge Jazz-Talente durch Auftritte im Cotton Club zu fördern.

Durch Wolf-Dieter Roloff und dem von ihm geführten Cotton Club erhielt die Stadt Hamburg deutschlandweit sowie international den Ruf einer Jazzmetropole. Ein „Engagement im Cotton Club Hamburg“ ist zu einem ehrenvollen Prädikat für viele deutsche und internationale Musiker und Bands geworden und trägt dadurch weltweit zum Renommee Hamburgs als lebendige Musikstadt bei.“
Das Barett, Remter, Onkel Pö, die Riverkasematten, Captain’s Cabin, Mummekeller und Seglerbörse sind verschwunden – der Cotton Club steht frisch und aktiv wie eh und je im 6. Jahrzehnt seines Bestehen.

Swinging Hamburg gratuliert.


Nr. 3 (16:12)




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