
Seit 2023 leitet Kranich sein eigenes Quintett. Sie spielten alleine in 2025 über 40 Konzerte von Hamburg bis München, von Berlin bis Saarbrücken. 2026 ist ein 2. Studio Album geplant. [Zitiert aus A. Kranichs Homepage]
Anfang dieses Jahres 2026 wurde ihr Konzert "Tribute to Coco Schumann" live bei Tide TV aufgezeichnet, eine Hommage an den Ghettoswinger und 1. deutschen E-Gitarristen. Die Aufzeichnung kann bei YouTube abgerufen werden.
Im Hamburger CCH traf Alexander Kranich Coco zum ersten Mal (2013). Cocos Geschichte, seine Musik und seine warmherzige Persönlichkeit begeisterten ihn nachhaltig. Sie blieben bis zu Cocos Tod 2018 in Kontakt.
[Zitiert aus A. Kranichs Homepage]
"Ich bin ein Musiker, der im KZ war. Kein KZ Insasse, der Musik macht" hat Coco immer klargestellt. Er lernte zunächst Schlagzeug und dann das Gitarrenspiel. Bereits Ende der 30er Jahre spielte er in den Clubs Berlins Swing, bis er 1943 verraten und nach Theresienstadt deportiert wurde. Hier wurde er Mitglied der "Ghettoswingers" und spielte für die Insassen des Lagers. 1944 kam er nach Auschwitz. 1945 wurde er nach Dachau deportiert.
Zurück in Berlin baute er sich aus alten Wehrmachtsfunkgeräten einen Tonabnehmer an seine Gitarre, was ihn zum ersten deutschen E-Gitarristen macht. Mit Helmut Zacharias machte er 1947 die ersten deutschen Bebop Aufnahmen, trat 1957 im Heinz Erhardt Film "Witwer mit 5 Töchtern" auf, begleitete Marlene Dietrich und Louis Armstrong bei Konzerten und bereiste so die ganze Welt.
Bis ins hohe Alter stand er auf der Bühne. 2015 erhielt der den "Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik". Er starb 2018 in Berlin.
Coco Schumann im CCH in Hamburg, 2013

Wahnsinn!!! Wie in alten Zeiten!
25 Minuten vor Öffnung des Cotton Clubs bereits gut 60 Meter Warteschlange, geschätzte 100 Personen vor uns, und hinter uns kamen noch viele hinzu. Ähnliches gab‘s zuletzt bei den Syncopators aus Down Under.
Dass viele Freunde der Jazz-O-Maniacs zum letzten Auftritt der Band kommen würden, war erwartbar, aber so viele? Nicht nur die Band wäre begeistert gewesen, so viele Freunde auch während ihrer aktiven Zeit zu den Konzerten begrüßen zu können.
Im Club großes Hallo, „Lange nicht gesehen…“, Gedrängel um die Bühne, Jede und Jeder wollten den Jazzern die Hand zum Abschied drücken, alle Sitz- und Stehplätze besetzt. Für den Service kaum durchzukommen.
Schon bei den ersten Tönen merkte man: Heute mal wieder Jazzpublikum. Applaus schon bei den ersten Tönen, selbst bei kleinen Soli, rhythmisches Zucken vieler Füße. Ja, das ist genau der schwarze Hot Jazz, den wir kennen und lieben. Routiniert, aber keineswegs eintönig und mit viel Leidenschaft vorgetragen von allen Musikern.
58 Jahre Bandgeschichte, persönlich präsentiert durch Bandleader Roland Pilz, der auch seinen unvergleichlichen Scat-Gesang a la Louis zum Besten gab, und Owe Hansen am Banjo, beide als Gründungsmitglieder der Band. Immer wieder Szenenapplaus für Carsten Nehring an der Posaune, Christoph Ditting (ts), Gunther Andernach am Waschbrett und Thomas Gramatzki bass sax). Durch den Abend führte als Moderator Pianist Andreas Clement, der zu diesem Farewell alle Musiker und Songs charmant herausstellte.
Und dann die Überraschungsgäste: Posaunist Ullo Bela, Lutz Jordan am SopranSax und Michael Däumling mit Bass und Helikon, allesamt Ehemalige der Band, ergänzten nach und nach und unter großem Jubel der Fans die Band.
Und immer wieder wurde, nicht nur von den Damen, eine Träne aus dem Augenwinkel gewischt. Schade! Es war eine so schöne Zeit mit euch. Wie gut, dass wir wenigstens eure CDs haben! Macht es gut, ihr Maniacken!
Die Jazz-O-Maniacs bei einem früheren Konzert in Glinde, © Hans-Peter Busch


